Am Steinhof

Zu keiner Zeit des Jahres erstrahlt die Kirche zum Heiligen Leopold wohl schöner und prächtiger als an einem sonnigen Tag im September.

 

Errichtet in den Jahren 1904 bis 1907 zählt dir Kirche ohne Zweifel zu den bedeutendsden sezessionistischen Gebäuden der Stadt. Otto Wagner, der Architekt handelte sich mit dem Bau und den damit verbundenen gestalterischen Meinungsverschiedenheiten mit Erzherzog Franz Ferdinand jedoch lediglich ein, keine Aufträge vom Kaiserhaus mehr zu erhalten. 

 

Das Konzept einer Spitalskirche beinhaltete die Errichtung von Notausgängen, Toiletten und einem Arztzimmer. Die Einrichtung durfte keinerlei scharfe Ecken und Kanten haben und um den hygienischen Anfoderungen zu genügen, wurde das Weihwasserbecken derart gestaltet, dass das Weihwasser in ein Becken herabtropfte.

 

Dunkle Wolken zogen während der Zeit des Nazionalsozialsimus über dem Spital auf, als dort am Spiegelgrund, der zweitgrößten "Kinderfachabteilung" des Dritten Reiches zwischen 700 und 800 Kinder den Tod fanden. Bedrückend wirken die in Reih und Glied  aufgestellten Laternen, die in ihrer Gleichförmigkeit das gleichgeschaltete, zu der Zeit als wertlos angesehene Leben symbolisieren. Jeder unglücklichen Seele möge fortan ein Licht dienen, um sie vor dem Vergessen zu beahren.